So schnell ist ein Jahr vergangen – auch wir werden älter

Persönliche Erinnerungen von biene, bengie, sascha, till

In diesen Tagen sind die Mitläufer ein Jahr alt geworden. Auslöser war ein Artikel in der FAZ von Johannes Ponader und der darauf folgende Tweet von Till Riebeling,

der nach wie vor aktiv mitarbeitet und auch Vorsitzender des später gegründeten unterstützenden Vereins ist. Danach hatten wir begonnen uns auf einer Email-Liste auszutauschen, die ersten Ideen in einem Pad (Kollaborative Textbearbeitung) gesammelt und schließlich eine Umfrage zu einer elektronischen Telefonkonferenz gemacht. Gleich von Anfang an wurden Kontaktdaten von Mitläufern in der Mitläuferliste gesammelt und öffentlich gemacht, die dann später durch die Mitläufersuche ersetzt wurde. Am. 18.07. war es dann endlich soweit und wir konnten uns das erste Mal direkt in der Telefonkonferenz (elektronisch im Mumble) austauschen (Unser Protokoll). Wir haben uns erstmal kennengelernt, uns darüber ausgetauscht was die Ziele der Initiative sein könnten und wie wir unsere Zusammenarbeit gestalten wollen. Wir trafen unter anderem, gleich zu Beginn die Entscheidung “So weit wie möglich Konsens herstellen, im Zweifelsfall demokratische Wahl.” (dies ist bis heute die Basis für die Zusammenarbeit in der Initiative) und entschieden uns für die “Unabhängigkeit von Parteien und anderen Institutionen”, was wir stetig zu unserem heutigen, gemeinsamen Mitläufer-Kodex weiterentwickelten.

In dieser Zeit haben einige einfach mal etwas für uns getan, um zur Umsetzung der Idee beizutragen:
Uns wurde z.B. ein Twitter Account eingerichtet, eine Mailingliste, ein Web- und Emailserver inkl. Domain, sowie eine Facebookgruppe gegründet und ein eigenes Team Pad zur Verfügung gestellt.

Mit der Initiative hatte sich ein Team zusammengefunden, welches die Vermittlung der Anfragen und die Suche neuer Mitläufer übernehmen konnte. Wir stellten aber fest, eine effektive Hilfe ist nur möglich, wenn wir neue Mitläufer finden und die Hilfesuchenden auf uns aufmerksam machen können (sowohl Online, als auch Offline) und die Beteiligten uns vertrauen.

Vertrauen konnten wir durch unseren Kodex und durch Transparenz (z.B. Veröffentlichung von Protokollen und Blogartikeln) schaffen und die Möglichkeit, dass sich jeder in unseren Mitläuferrunden einbringen kann.

Das Finden neuer Mitläufer und das Aufmerksam machen der Hilfesuchenden gestaltet sich schon schwieriger: Auch wenn wir Online schnell einen großen Kreis von Unterstützern erreichen können, sind wir viel zu wenige, um flächendeckend vor Ort Wirkung zu zeigen.
Wir müssen die Menschen auch mit Flyern auf uns aufmerksam machen, wir müssen auch die Möglichkeit bieten mit uns telefonisch in Kontakt zutreten. Doch für diese Zwecke ist es wesentlich schwerer Spender zu finden, wenn es keinen Verein oder ähnliches gibt, an den gespendet werden kann.

Also machten wir uns daran, eine Satzung für einen Verein zu entwerfen, der die Spenden einsammeln, transparent verwalten und zur Unterstützung der Online und Offlinearbeit verwenden kann.

Ende November 2012 wurde dann der Verein “Wir gehen mit – die Mitläufer” gegründet (Pressemeldung), um die Arbeit der Initiative zu unterstützen, der inzwischen auch in das Vereinsregister eingetragen ist.

Unser erstes, gemeinsames, persönliches Treffen! Anlässlich der Gründung des Unterstützervereins trafen wir uns im Unperfekthaus in Essen. Bei den ganzen Gesprächen und den Formalien zur Gründung, die wie gewohnt sehr konstruktiv abliefen – wenn auch nicht ganz ohne Schwierigkeiten mit dem Laptop, hatten wir dann sogar vergessen, rechtzeitig das Buffet dort zu besuchen – wir konnten nur noch ein paar der letzten belegten Brötchen ergattern. :-).
Aktuell warten wir nur noch auf auf die Anerkennung der Gemeinnützigkeit/Mildtätigkeit für den Verein.

Wenn wir zurückschauen, sind wir stolz auf Euch und uns, wir haben das Gefühl, daß wir eine Menge erreichen konnten.
In Zahlen sind das erstmal: 280 Einträge in der Mitläuferdatenbank, 1938 Follower auf unserem Twitteraccount, 650 Likes und 386 Mitglieder in unserer Facebookgruppe. Neu ist unsere wieder hinzugekommene G+-Seite – dort benötigen wir Eure Unterstützung. Dass wir viele Menschen über unsere Social Media-Kanäle erreichen können, ist vor allem für unsere aktuellen Mitläufersuchen wichtig.

Insgesamt sind unsere Suchen fast immer erfolgreich, es gibt wenige Ausnahmen und ein paar kleine Orte, an denen es wie verhext zu sein scheint, da sind einfach keine Mitläufer zu finden. Aber wir geben nicht auf, wir schreiben jetzt einfach einmal als Preis für den ersten Mitläufer in Hof/Bayern oder Kusel/Rheinlandpfalz eine Mitläufertasse aus… 😉

Wir haben im Lauf des Jahres unzählige Begleitungen vermittelt, haben selbst auf Ämter begleitet und haben keine Ahnung wie groß die Dunkelziffer von den Leuten ist, die direkt über die Mitläufersuche miteinander in Kontakt gekommen ist.
Wir haben zu einem Haufen Ämter begleitet, allen Vorran zu Jobcentern, danach kamen der gefühlten Reihenfolge nach: Amtsarzt/Psychologischer Dienst, Kindergeldstelle, Jugendamt, Ausländeramt, Sozialamt.
Generell begleiten Mitläufer zu allen Ämtern, aber es ist schon vorgekommen, daß jemand von einem Mitläufer zum Zahnarzt begleitet wurde, und einer älteren, ängstlichen Dame hat ein Mitläufer einmal Begleitschutz zu einem Geldautomaten gegeben. Selbstverständlich ist es in solchen Sonderfällen jedem individuell überlassen, wie weit das eigene Mitläuferdasein ausgedehnt wird.
Der Konsens in der Initiative war bereits früh, wenn sich ein Mitläufer für eine Begleitung findet, dann machen wir das natürlich!

Neben dem harten Kern des Orga-Teams haben wir einen Dunstkreis an Unterstützern, die gelegentlich mal im Mumble vorbeischauen, hier und da mithelfen, die Suche unterstützen, uns in Rechtsfragen helfen, uns Blogartikel schreiben, Flyer drucken, und so weiter, ein dickes Dankeschön hierfür!

Wir haben inzwischen auch einiges an Infrastruktur aufgebaut und Routinen entwickelt, um die Vermittlung von Mitläufern effektiver zu gestalten. Neben unseren Social-Media-Kanälen haben wir ein Mitläufertelefon, das in der Regel zu normalen Zeiten immer gut erreichbar ist, auch die Mails, die über unser Mitläuferpostfach eingehen, werden zügig bearbeitet und wir haben inzwischen die Mitläuferliste durch eine datenbankbasierte Suche ersetzt. All das wird auch regelmässig genutzt.

Es gab lokale Mitläufertreffen in Rheinhessen und in Berlin, in Duisburg (Mitläufer vor Ort) haben wir eine regelmäßige Sozialberatung. Wir haben uns auch mit einigen anderen Initiativen vernetzt und wollen auch in Zukunft mehr und gerne mit anderen Zusammenarbeiten.

Wir sind der Meinung das wir ein gutes erstes Jahr hatten, wir danken Euch allen auch für Eure Beitrage und hoffen, das wir im nächsten Jahr genauso viel auf die Beine stellen können. Cheers!

Natürlich freuen wir uns auch immer über neue Gesichter bzw. Stimmen, Ideen und Euer Engagement!

Hartz4-Empfänger und “Die Mitläufer”: Gemeinsam mit starkem Rückgrat ins neue Jahr

Seit Anfang Juli 2012 macht eine Initiative von sich reden, die Menschen ehrenamtlich zu Ämtern begleitet und so moralische Unterstützung bietet. Nun haben die Verantwortlichen den Verein “Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.” gegründet und sehen zuversichtlich ins neue Jahr.

Am 23. November dieses Jahres wurde im Essener Unperfekthaus der Verein “Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.” gegründet. Seit Anfang Juli 2012 hatten die Orga-Verantwortlichen die Idee bekannt gemacht und bereits vielen Menschen ehrenamtliche Begleitung bei Ämterbesuchen verschafft. “In nur sechs Monaten haben wir es geschafft die Idee auf eine solide Grundlage zu stellen und bereits vielen Menschen zu helfen”, so der frisch gewählte 1. Vorsitzende Till Riebeling aus Mainz. “Das macht Mut für das neue Jahr.”

Sascha Schneider aus Duisburg, der im Orga-Team für die technischen Bereiche verantwortlich zeichnet, ist 2. Vorsitzender und Klaus Sommerfeld aus Erfurt wurde zum Kassenwart gewählt. Pressesprecher wurde Hans-Peter Weyer, der auch bisher die Pressearbeit der Mitläufer koordiniert hatte.

Inzwischen wurden die Unterlagen zur Vereinsgründung auch dem Vereinsregister Mainz zur Eintragung und dem Finanzamt Mainz für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit vorgelegt. “Natürlich muss auch in Zukunft kein Mitläufer Mitglied des Vereins werden und auch kein Hilfesuchender” erklärt Pressesprecher Weyer. “Der Verein ist lediglich die organisatorische Einheit einer solidarischen Bürgerbewegung.” Hier werden zukünftig zentral Werbemaßnahmen koordiniert, Spenden generiert und Materialien, wie z.B. Flyer, erstellt und den Mitläufern auf Anfrage kostenlos zur Verfügung gestellt. Viele Hilfsmittel werden bereits jetzt schon auf der Homepage des Vereins unter www.wirgehenmit.org angeboten.

“Wir wollen erreichen, dass sich die Mitläufer auf die Menschen konzentrieren können, die sie begleiten wollen.” so Riebeling. “Deshalb stellt der Verein die Organisationsplattform dar, auf deren Grundlage und mit deren Hilfe die ehrenamtlichen Helfer ihre Arbeit ohne großen zusätzlichen Aufwand bewerkstelligen können.”

In über 120 Städten sind “Die Mitläufer” inzwischen mit über 200 Helfern vertreten. “Bis Ende 2012 wollen wir möglichst flächendeckend in ganz Deutschland Mitläufer einsetzen können” verrät Pressesprecher Weyer. “Dazu ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig. Aber die Erfolge zeigen, dass wir mit starkem Rückgrat und erhobenem Kopf das Sozialsystem menschlicher machen können.”

Verantwortlich für diese Pressemitteilung:
Hans-Peter Weyer
Presseteam “Die Mitläufer”
Goebenstrasse 94
47169 Duisburg
Tel: 0203-5090895
Mobil: 0172-2583569
E-Mail: presse@wirgehenmit.org

Schritte vorwärts

Am Freitag, den 23.11.2012 haben wir nach mehr als  3 Monaten Arbeit als lockere, offene Gruppe den Verein “Wir Gehen Mit –  Die Mitläufer e.V.” im Unperfekthaus in Essen gegründet.

Mein Dank gilt all jenen, die mitgeholfen haben, aus einer Idee eine reale, funktionierende  Organisation herauszuarbeiten, die tatsächlich tut, wozu sie gedacht ist: Menschen mit Zeit und  Hilfsbereitschaft unkompliziert und direkt an Menschen mit  Bedarf und  Wunsch nach Begleitung und Beistand zu vermitteln. Egal, ob eine Sozialhilfeempfängerin, eine Asyl suchende Familie oder ein Mensch mit Handicap begleitet werden müssen. Egal, ob es sich um einen Amtstermin, etwa beim Jobcenter, dem Jugendamt oder einen Termin bei den Asylbehörden handelt.

In den nächsten Monaten werden wir uns weiter um den Ausbau der Mitläuferliste kümmern. Sie ist, nach dem Engagement der vielen tollen Menschen, die sich bereits auf ihr eingetragen haben, das Herzstück unserer Initiative.
Doch mindestens genau so wichtig ist es, jene, die am wahrscheinlichsten einen Mitläufer  brauchen, wissen zu lassen, dass es überhaupt Mitläufer gibt. Wir haben zu diesem Zweck unter Anderem einen Aushang und einen Flyer zum Ausfüllen, Ausdrucken und Austeilen auf WirGehenMit.org zur Verfügung  gestellt.
Doch die können nicht ersetzen, was wir alle für Menschen mit Mitläuferbedarf tun können:  Begleiten wir sie, und wer nicht kann, erzählt ihnen von den Mitläufern, wie sie in Kontakt zu ihnen treten und sie finden können oder hilft, unsere Suchmeldungen zu verbreiten.

Die Vernetzung mit gemeinnützigen Initiativen und Vereinen in gleichen oder ähnlichen Tätigkeitsfeldern schreitet voran, die Anzahl stellt zwar eine organisatorische Herausforderung dar, macht aber auch Mut: Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, können und werden wir nicht nur vielen Menschen helfen, sondern auch für die zukünftige Entwicklung  unseres Sozialsystems die Weichen stellen, denn wir sind Viele und uns eint der Wunsch nach einem menschenwürdigen Leben. Auch und grade für alle Menschen, die von unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt und zum bloßen Gesprächsthema ohne konkreten solidarischen Handlungsimpuls marginalisiert werden. Denen man die sie betreffenden Vorurteile immer und immer wieder entgegen schleudert, bis sie schließlich selbst an diese glauben und sich mehr und mehr aufgeben.
Der populistischen und opportunistischen Meinungs-, Geschäfte- und  Politikmacherei auf dem Rücken der Schwächsten unserer Gesellschaft gilt es den Boden durch deeskalierende, gemeinschaftliche, solidarische und  konkrete Aktion aller Teilhabenden zu entziehen. In diesem Sinne verstehen wir uns als soziale, nicht als politische Initiative.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Organisation eines Netzwerkes ehrenamtlich und gemeinnützig beistehender und begleitender Privatpersonen, den Mitläufern.

Je mehr Menschen in Kontakt kommen mit unserem Sozialsystem und den somit  entstandenen und verwalteten Missständen, desto besser! So bekommen mehr  Menschen einen, zugegeben eher subjektiven, aber immerhin polemik- und  färbungsfreien und vor allem eigenen Eindruck von den psychischen, sozialen und oft existentiellen Auswirkungen, wie sie z.B. Sanktionen erzeugen.

Meine letzten Sätze haben übrigens auch in Bezug auf die Begleitung von Asylbewerbern Bedeutung. Gerade auch ihnen gilt es, die Räuberleiter zu machen, um ihnen zu ermöglichen, in die pluralistische und freiheitlich-tolerante Gesellschaft, deren Ruf sie gefolgt sind,  einzutreten. Und auch hier gilt es, sich einen eigenen Eindruck von den herrschenden Realitäten und Gedanken über sie zu machen, und diese mit Bekannten, Freunden und der Familie zu teilen.

Wohin der zweite Schritt führt, werden wir als Gesellschaft entscheiden. Im  alltäglichen Handeln, im sozialen Umgang miteinander und natürlich auch  in unserer demokratischen Willensbildung.

Bericht vom Orga-Team

Es ist einiges passiert in der letzten Zeit, das ich hier kurz zusammenfassen möchte:
– Unsere letzte Zählung ergab 120 Orte auf der Mitläuferliste, es finden mal mehr mal weniger, aber doch jede Woche ein paar Begleitungen statt. Leider erreicht uns immer noch sehr wenig Feedback, so daß wir schwer schätzen können, wie hoch die “Dunkelziffer” ist und wie zufrieden Mitläufer und Begleitete sind. Wenn ihr also selbst begleitet oder begleitet werdet, schreibt uns doch ein paar Zeilen auf unserer Feedbackseite.
– Wir haben endlich eine Lösung für unser Datenbank-Problem gefunden, mit der wir nicht nur unsere Mitläuferliste verwalten sondern auch viele andere coole Dinge tun können. Es wird noch ein bißchen dauern, bis alle Daten übertragen sind, und wir das System (CiviCRM) so eingebunden haben, daß unsere Mitläuferliste ein neues Gesicht bekommt, aber es geht vorwärts.
– Es gab in den letzten Wochen einige Presseberichte über die Mitläufer, zum Beispiel in der Taz, Junge Welt, im Bielefelder, eine kritische Meinung auf Telepolis und ein Audio-Interview mit Till und Frank im Krähennest. Lest oder hört doch mal rein…
– Am 23.11.2012 um 19.00 Uhr ist es soweit: Wir treffen uns zur Vereinsgründung von Wir Gehen Mit e.V. im Unperfekthaus in Essen. Wir freuen uns darauf, uns auch mal persönlich kennenzulernen und die Gesichter zu den Mumble-Stimmen mal zu sehen. :-)

– In Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft für Erwerbslose in München (IGEL e.V.) findet am Samstag, 13.1.2013 um 12.00 Uhr eine kostenlose Schulung für Beistände im “Alles Wurscht” in München statt. Genauere Details werden hier im Blog rechtzeitig bekanntgegeben, wenn Ihr Interesse habt, könnt Ihr Euch schon vorab über die Kommentare oder über mitlaeufer@wirgehenmit.org melden.
– Wenn Ihr auf unserer Facebook-Infoseite ein “Like” setzt, erhaltet ihr aktuelle Informationen  über die Mitläufer und Mitläufersuchanfragen auf eurer Timeline.

– Am So, 18.11., ab 16.00 Uhr findet im Pengland in Mainz  das erste Mitläufertreffen Reinhessen statt, Mitläufer, Interessierte und Freunde sind herzlich eingeladen,  zum Kennenlernen und Austausch über Erfahrungen mit Begleitungen zum Amt und auch die Möglichkeiten und speziellen Anforderungen der Begleitung von Asylbewerbern zusammenzukommen.

– Auch nach wie vor können wir weitere Menschen gebrauchen, die sich in mehr oder weniger großem Umfang an der Arbeit rund um die Mitläufer-Organisation beteiligen wollen. Was es genau zu tun gibt, steht auf unserer Mitmachseite.

Pressemitteilung: Initiative “Wir gehen mit” für ein solidarisches Sozialsystem gestartet

“Gemeinsam zum Amt – keiner wird allein gelassen”, das ist der Grundgedanke der Graswurzelbewegung der “Mitläufer”.

Die Mitglieder begleiten ehrenamtlich Menschen bei Jobcenter-Terminen. Gemeinsam wollen sie den Verein “Wir gehen mit” in den nächsten Wochen gründen um Menschen vor Ort zu helfen.

Der öffentliche “Rücktritt vom Amt” des politischen Geschäftsführers der Piratenpartei Deutschland Johannes Ponader, hat eine öffentliche Debatte über die Behandlung von Hilfesuchenden durch das Jobcenter angefacht. Betroffene fühlen sich nicht selten allein gelassen. Sehr schnell entwickelte sich die Idee zur Gründung eines Vereins mit Namen und Ziel “Wir gehen mit”. In einer beispiellosen Welle der Solidarität erklärten sich in kürzester Zeit bundesweit zahlreiche Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten bereit, als “Mitläufer” den Betroffenen beizustehen und sie zu begleiten.

“Es war für mich selbstverständlich mich hier zu engagieren”, erklärt einer der Mitläufer, “ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist nicht allein vor dem Mitarbeiter des Jobcenters zu sitzen. Da fühlt man sich oft völlig hilflos. Eine zweite Person kann da viel helfen und Rückendeckung geben.”

Die rechtliche Grundlage der Begleitung ist das Sozialgesetzbuch (§13 Abs.4 SGB X): “Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.”

Besonders wichtig ist allen Mitläufern die Parteiunabhängigkeit der Initiative. Der Verein Wir gehen mit, soll völlig autark agieren. Die Initiative lebt von der Unterstützung vieler Menschen, die sich für ein solidarisches Miteinander einsetzen wollen. Seit dem Start im Juni 2012 haben bereits viele Begleitungen erfolgreich stattgefunden.

“Bei den Mitläufern geht es nicht um eine politische Demonstration”, stellt auch der Initiator Till Riebeling klar, “sondern um die soziale Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen in dieser Gesellschaft. Deshalb gehen wir mit und stellen uns an die Seite der Menschen, die sonst in diesem System oft allein gelassen werden.”

Kontakt zu den Mitläufern (wirGehenMit.org) erhält man bundesweit über

E-Mail: mitlaeufer@wirgehenmit.org
Telefon: 02065-7923199 oder 06131 – 3271815
Twitter: @wirgehenmit
Facebook Kontakt / Fanpage: https://www.facebook.com/Wirgehenmit

Web: wirgehenmit.org

[1] Beitrag von Johannes Ponader in der FAZ

[2] Gesetzliche Grundlage der Begleitung im Sozialgesetzbuch

[3] Internetseite der Initiative

Verantwortlich für diese Pressemitteilung / Pressekontakt:
Hans-Peter Weyer
Wirgehenmit / Mitläufer Presseteam
Telefon: 0203-5090895
Mobil: 0172-2583569
Mail: mitlaeufer@wirgehenmit.org (Bitte Betreff “Presse” angeben)

Erstes #Mitläufer-Treffen hat stattgefunden

Liebe #Mitläufer,

gestern Abend fand das erste Planungstreffen der #Mitläufer virtuell via Mumble statt.

Dabei haben sich die ersten #Mitläufer schon mal kennen gelernt und mehrere Dinge erarbeitet. Hier findet Ihr das Protokoll.

Außerdem haben wir eine öffentliche Mitläuferliste erstellt, in die sich jeder, der Menschen in seiner Stadt ehrenamtlich und aufmerksam zu Jobcenter- und anderen Amtsterminen begleiten möchte, eintragen und damit bei Bedarf leichter gefunden werden kann.

Am 25.07.2012 um 20:30 Uhr wird das nächste #Mitläufer-Treffen via Mumble stattfinden. Wie & wo Ihr dazukommen könnt, werden wir hier & via Twitter, Diaspora, Google+, Facebook & Mailing-Liste noch erklären.

Kommt doch dazu, hört rein und redet mit :)

Wir gehen mit und zeigen Solidarität

Wir sind #Mitläufer.

Wir lassen niemanden alleine.

Wir begleiten Menschen auf ihrem Weg durch die Institutionen der Agentur für Arbeit. Wir informieren, wir hören zu, wir passen auf. Und wir schreiten ein, wenn wir Ungerechtigkeiten sehen.

Wir sind viele.

Wir sind ganz unterschiedliche Menschen: Wir sind Juristen, Arbeiter, Arbeitssuchende, Lehrer, Studenten und Angestellte. Einige von uns waren selbst einmal auf Arbeitslosengeld angewiesen, andere nicht. Was uns eint ist der Wunsch nach einer menschenwürdigen Behandlung von Arbeitssuchenden und Arbeitslosen. Ein gesellschaftliches Model, das auf Solidarität baut, nicht auf Angst.

Jeder hat das Recht, eine Begleitperson zu einem Termin bei der Agentur für Arbeit mitzunehmen.

Diese Begleitperson sind wir.

Die #Mitläufer.