Die Mitläufer: Eine schöne Bescherung!

Der große Philosoph George Berkeley soll einmal gesagt haben: “Sein, ist wahrgenommen werden.” An diesen Satz musste ich denken, als am 1. Weihnachtsfeiertag das unten eingefügte Video auf Youtube erschien. Offensichtlich sind die Mitläufer wahrgenommen worden!

Und auch das bekannteste Zitat des großen Mahatma Ghandi scheint sich in diesem Video zu bestätigen. Er sagte: “Zuerst ignorieren sie Dich! Dann belächeln sie Dich! Dann bekämpfen sie Dich! Und dann, dann wirst Du sie besiegen!”

Um es gleich vorweg zu sagen: Wir wollen niemanden besiegen. Weder die Mitstreiter in den anderen Organisationen, Vereinen und Institutionen [3] noch die Mitarbeiter in den Ämtern und Jobcentern.

Und auch ganz klar gesagt: Wir wollen die schnellstmögliche Abschaffung des Unrechtssystems HARTZ4 ! Offensichtlich fühlen sich aber manche streitbaren Geister dazu berufen, die Arbeit der Mitläufer diskreditieren zu müssen. Sonst könnte ein solches Video nicht zustande kommen.

Wir bleiben bei unserem Grundsatz, Mitläufer wirken deeskalierend [1]! Wir lassen den anderen Gruppen gern ihre Art des Vorgehens. Aber was haben zehn Jahre Kampf gegen das System bisher gebracht? Was hat es gebracht, dass den Leuten eingetrichtert wird ohne Justiz kommt man nicht zum Recht? Was hat der bisherige Konfrontationskurs gebracht? Was hat es dem Einzelnen gebracht?

Es hat zumindest dazu geführt, dass die Menschen mit Angst zum Jobcenter gehen, weil dort scheinbar Monster hinter den Schreibtischen sitzen, die mit aller Macht bekämpft werden müssen. Und diese “Monster” schlagen unbarmherzig zurück und nutzen ihre Machtstellung aus, um auch mal zu zeigen, dass sie was zu sagen haben.

Wir wollen, dass damit Schluss ist.Wir wollen, dass es möglich ist ohne Angst zum Amt oder Jobcenter zu gehen. Wir wollen den Menschen (eben nicht Monstern) hinter den Schreibtischen die Chance geben, ihren eigentlichen Auftrag, nämlich Betreuung und Beratung der “Kunden”, leisten zu können.

Unser Anliegen ist es nicht, das System Hartz4 zu erhalten. Es muss abgeschafft werden! Aber solange es dieses System noch gibt, muss der einzelne Hilfesuchende die Möglichkeit haben, dort vorzusprechen und seine Anliegen bearbeitet zu bekommen, ohne dass ein Kleinkrieg [2] zwischen ihm und dem Sachbearbeiter entsteht. Das geht, nach unserer Ansicht, nur mit einem deeskalierenden Beistand!

Nur wenn es uns gelingt Gespräche zu führen und beide Seiten zu Wort kommen zu lassen, kann es gelingen aus dem System, solange es dieses noch gibt, für jeden Einzelnen das Beste rauszuholen – das ist unser Ansatz. Und den vertreten wir hier auf diesem Blog in unserer Facebook-Gruppe und zu anderen Gelegenheiten. Wer sich daran auf unseren Seiten nicht halten und Parolen, Hetze und Ähnliches verbreiten will, hat da nichts zu suchen und wird gelöscht. Dieses Recht nehmen wir uns heraus – wie sich Andere herausnehmen ihren Weg zu gehen.

Mitläufer und Hilfesuchende können sich aussuchen, welcher Weg der ist, den sie mitgehen wollen. Sie sind herzlich willkommen.

Hier das oben angesprochene Video:

[1]Unser Kodex: http://wirgehenmit.org/?page_id=16
[2]Unsere Stellungnahme zur Gewalt: http://wirgehenmit.org/?p=512
[3]Unser Angebot zur Zusammenarbeit: http://wirgehenmit.org/?p=431

DANKE

Weihnachten steht vor der Tür und das Jahr geht zuende. Meist ist dies der Zeitpunkt, in dem zurückgeschaut wird. Was ist passiert, welche Leistungen können hervorgehoben werden, was hätte besser sein können? Lassen wir das!

Sagen wir einfach mal DANKE!

DANKE an die Menschen die die Idee der Mitläufer geboren oder durch ihr Leben und ihre Worte dazu beigetragen haben.

DANKE an die Menschen, die mit Rat und Tat die Idee umgesetzt haben.

DANKE an das Orgateam, das sich wöchentlich getroffen, intensiv gearbeitet und die Idee mit Leben gefüllt hat.

DANKE an das Presseteam, das mit seiner Arbeit beigetragen hat die Idee der Mitläufer bekannt zu machen.

DANKE an die Gründungsmitglieder, die mit der Vereinsgründung Ende November Verantwortung für die organisatorische Plattform übernommen und die Arbeit der Mitläufer auf eine rechtliche Grundlage gestellt haben.

DANKE an alle, die mit ihren Fachkenntnissen geholfen haben Satzung und Vereinsgründung auf sichere Fundamente stellen.

DANKE an Initiativen, Vereine und Parteien, die bereit sind mit uns in enger Kooperation im Sinne solidarischer Gemeinschaft  zusammenzuarbeiten.

DANKE an die Mitläufer, die bereit sind sich ehrenamtlich zu engagieren und sich in die Liste haben eintragen lassen.

DANKE an die Mitläufer, die bereits Mitmenschen begleitet und die Idee haben Wirklichkeit werden lassen.

DANKE auch an die Menschen, die einen Mitläufer angefordert und damit dieser Idee  ihr Vertrauen geschenkt haben.

DANKE auch den Mitarbeitern in Ämtern, Psychologischen Diensten und Jobcentern, die vorurteilsfrei den Mitläufern eine Chance gegeben haben, ihren kostenlosen Dienst als Beistand durchzuführen, zum Wohle aller Beteiligten.

Für das neue Jahr wünschen wir uns ehrenamtliche Mitläufern in jedem Ort unseres Landes, damit das große Ziel gemeinsam erreicht werden kann:

Niemand muss allein zu einem Amt!

In diesem Sinne wünschen wir Allen ruhige, besinnliche und gesegnete Weihnachtstage und einen guten Rutsch in ein hoffentlich erfolgreiches neues Jahr.

“Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.”

Warum Hartz4-Empfänger einen Beistand brauchen

Eine Betrachtung psychologischer Hintergründe und Wirkungen beim Einsatz einer dritten Person bei Amtsbesuchen nach §13 Abs. 4 SGB X
von Familiencoach Hans-Peter Weyer, Duisburg

Seit einigen Monaten gibt es die Initiative “Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.”. Die Initiatoren und Mitstreiter haben sich zum Ziel gesetzt, dass niemand mehr ohne einen Beistand zu einem Amt muss. Das Gesetz gibt in §13 Absatz 4 SGB X dazu die notwendige Grundlage. Was aber bringt solch ein Beistand? Die Idee der Initiative ist es, deeskalierend zu wirken, indem das scheinbare Machtgefälle zwischen Sachbearbeiter und Bürger durch eine dritte Person aufgehoben wird. Und die Erfahrungsberichte der bisher begleiteten Menschen zeigen deutlich, dass dies offensichtlich der richtige Weg ist. Das klingt zunächst einmal gut. Was aber geschieht in solch einem Fall tatsächlich mit den beteiligten Menschen? Welche psychologische Wirkung hat die dritte Person beim Amtsbesuch? Diesen Fragen möchte ich im Folgenden nachgehen.

Menschen – das ist das Entscheidende! Es sitzen auf beiden Seiten des Schreibtisches Menschen. Und Menschen haben jeder für sich ganz persönliche Träume, Wünsche, Ideen aber auch Sorgen, Probleme, Ängste. Jeder der beiden Menschen auf den verschiedenen Seiten des Schreibtisches hat zudem ganz verschiedene Erfahrungen, vielleicht unterschiedliche Ansichten, immer eine ganz andere Sozialisation. Sie sind in ganz unterschiedlichen Verhältnissen groß geworden, haben möglicherweise unterschiedliche Schulbildungen und ganz verschiedene Möglichkeiten gelernt ihr Leben zu gestalten. Ich könnte hier noch eine Menge Beispiele aufzählen, die diese beiden Menschen voneinander trennen – ohne damit den Schreibtisch zu meinen.

Schon im normalen Zusammenleben der Menschen und in ihrer alltäglichen Kommunikation finden solche Unterschiede oft Ausdruck in Missverständnissen, Streitereien und manchmal Unverständnis. Wieviel mehr kann es zu Spannungen kommen, wenn zu diesen in den jeweiligen Personen steckenden Differenzen, noch ein scheinbares Machtgefälle durch äußere Gegebenheiten hinzukommt?

Menschen, die ein Amt besuchen müssen, sind immer in einer Situation, die direkt oder indirekt ihre Existenz bedroht. Das Amt ist immer bedrohliche Obrigkeit für die persönliche Lebensführung. Wer weiß schon, was ihn trotz aller Vorbereitung tatsächlich erwartet? Wie wird sich der Sachbearbeiter verhalten, wie ist er grade drauf? Hat er Verständnis oder arbeitet er nach 08/15 alle “Nummern” ab? Entsprechende Ängste und Unsicherheiten sind ständige Wegbegleiter beim notwendigen Gang zum Amt.

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Hartz4-Empfänger und “Die Mitläufer”: Gemeinsam mit starkem Rückgrat ins neue Jahr

Seit Anfang Juli 2012 macht eine Initiative von sich reden, die Menschen ehrenamtlich zu Ämtern begleitet und so moralische Unterstützung bietet. Nun haben die Verantwortlichen den Verein “Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.” gegründet und sehen zuversichtlich ins neue Jahr.

Am 23. November dieses Jahres wurde im Essener Unperfekthaus der Verein “Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.” gegründet. Seit Anfang Juli 2012 hatten die Orga-Verantwortlichen die Idee bekannt gemacht und bereits vielen Menschen ehrenamtliche Begleitung bei Ämterbesuchen verschafft. “In nur sechs Monaten haben wir es geschafft die Idee auf eine solide Grundlage zu stellen und bereits vielen Menschen zu helfen”, so der frisch gewählte 1. Vorsitzende Till Riebeling aus Mainz. “Das macht Mut für das neue Jahr.”

Sascha Schneider aus Duisburg, der im Orga-Team für die technischen Bereiche verantwortlich zeichnet, ist 2. Vorsitzender und Klaus Sommerfeld aus Erfurt wurde zum Kassenwart gewählt. Pressesprecher wurde Hans-Peter Weyer, der auch bisher die Pressearbeit der Mitläufer koordiniert hatte.

Inzwischen wurden die Unterlagen zur Vereinsgründung auch dem Vereinsregister Mainz zur Eintragung und dem Finanzamt Mainz für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit vorgelegt. “Natürlich muss auch in Zukunft kein Mitläufer Mitglied des Vereins werden und auch kein Hilfesuchender” erklärt Pressesprecher Weyer. “Der Verein ist lediglich die organisatorische Einheit einer solidarischen Bürgerbewegung.” Hier werden zukünftig zentral Werbemaßnahmen koordiniert, Spenden generiert und Materialien, wie z.B. Flyer, erstellt und den Mitläufern auf Anfrage kostenlos zur Verfügung gestellt. Viele Hilfsmittel werden bereits jetzt schon auf der Homepage des Vereins unter www.wirgehenmit.org angeboten.

“Wir wollen erreichen, dass sich die Mitläufer auf die Menschen konzentrieren können, die sie begleiten wollen.” so Riebeling. “Deshalb stellt der Verein die Organisationsplattform dar, auf deren Grundlage und mit deren Hilfe die ehrenamtlichen Helfer ihre Arbeit ohne großen zusätzlichen Aufwand bewerkstelligen können.”

In über 120 Städten sind “Die Mitläufer” inzwischen mit über 200 Helfern vertreten. “Bis Ende 2012 wollen wir möglichst flächendeckend in ganz Deutschland Mitläufer einsetzen können” verrät Pressesprecher Weyer. “Dazu ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig. Aber die Erfolge zeigen, dass wir mit starkem Rückgrat und erhobenem Kopf das Sozialsystem menschlicher machen können.”

Verantwortlich für diese Pressemitteilung:
Hans-Peter Weyer
Presseteam “Die Mitläufer”
Goebenstrasse 94
47169 Duisburg
Tel: 0203-5090895
Mobil: 0172-2583569
E-Mail: presse@wirgehenmit.org

Kooperationen & Vernetzung

Wir versuchen, uns möglichst bunt und breit zu vernetzen. Da wir nicht überall vor Ort sein können, sind z.B. gemeinsame Schulungen, Beistandssuche oder Infostände nicht immer möglich, manchmal läuft es vielleicht nur auf eine gefühlte Solidarität und einen Linktausch hinaus. Angebote, die wir selbst nicht abdecken können, sind häufig bei anderen zu finden. Wir suchen Zusammenarbeit auf Basis eines Minimalkonsenses (siehe Zusammenarbeit mit Inis) und auch wenn unsere Liste noch klein ist, hoffen wir, dass in Zukunft noch viele weitere Initiativen, Vereine und Zusammenschlüsse hinzukommen. Wenn Ihr auf dieser Liste stehen wollt, könnt Ihr Euch per Email an Klaus inikontakt@wirgehenmit.org oder an unser Mitläufertelefon wenden.

Bundesweit:
BV INSO – Bundesverband Menschen in Insolvenz und neue Chancen e.V.

Dresden:
*sowieso* Frauen für Frauen e.V.
Sie bieten Schulungen für Beistände an und sind Beratungsstelle für Frauen, unter anderem zu Erwerbslosigkeit und SGB IX, Bildung und Kulturelles tätig.

Duisburg:
Bürger für Bürger Duisburg e.V.
Sie haben uns unter anderem bei unserem Flyerdruck unterstützt, der Verein bietet Unterstützung in vielen Aspekten: Lebensmittelhilfe, eine Staßenambulanz und Streetwork. Da er das ehrenamtlich und mildtätig ohne Unterstützung aus öffentlicher Hand leistet, ist er sehr auf die Unterstützung und Spenden von Außen angewiesen.

Mainz:
PENG – Gesellschaft zur Förderung von Design, Kunst und Kommunikation e.V.
Der Verein stellte uns seine Räume für das 1. Mitläufertreffen Rheinhessen zur Verfügung. Das große Netzwerk kreativer und engagierter Menschen in Mainz ist immer einen Besuch wert.

München:
I.G.E.L. – Interessengemeinschaft der Erwerbslosen München und Umgebung
I.G.E.L bietet gemeinsame Schulungen für ehrenamtliche Begleiter und Beistände an, gemeinsam suchen wir nach Beiständen. Unser Testprojekt ist eine gemeinsame Münchner Beistandsdatenbank. I.G.E.L. bietet auch Rechtsberatungen, einen regelmäßigen Infostand und einen regelmässigen Stammtisch für Erwerbslose an.

Weitere Einträge folgen hier in kürze.

Bürger für Bürger Duisburg e.V. braucht Unterstützung

Der Verein “Wir gehen mit – Die Mitläufer” schätzt die Arbeit von Bürger für Bürger Duisburg e.V.  und die bisherige Zusammenarbeit sehr. Wir hoffen, mit der Veröffentlichung dieses Aufrufes dazu beitragen zu können, daß die schwierige Situation, in der der Verein gerade steckt, bekannt wird. Vielleicht finden sich einige Menschen, die in einer solidarischen Geste finanzielle Unterstützung leisten können. Hier folgt ein Aufruf des Vereins.

Bürger für Bürger Duisburg e.V. braucht Unterstützung

Dem Verein droht das finanzielle Aus! Alleine die hohen Kosten für die dringend anstehenden Arbeiten am Beratungscontainer betragen, laut Kostenvoranschlag,  mehr als 5000€.

Die beiden Lieferwagen des Vereines, mit denen Lebensmittelspenden eingesammelt werden, sind reparaturbedürftig und werden ohne aufwendige Arbeiten vermutlich den nächsten TÜV nicht überstehen.

Stetig steigende Kosten für Diesel erschweren die Situation erheblich. Das Selbe trifft auf die Stromkosten für die verschiedenen Projekte zu. Ein Beispiel: allein für die Bereitstellung des Stromanschlusses am Beratungscontainer wurden von den Stadtwerken Duisburg über 800€ in Rechnung gestellt, und das sind nur einige “Baustellen”.

Hier ein Überblick über die Aktivitäten des Vereins:

Lebensmittelhilfe:

Ca. 5000 Menschen in ganz Duisburg werden unterstützt, sowie Kindergärten, Jugendtreffs und Schulen im Raum Duisburg.

Wir unterstützen zudem verschiedene Tafeln im Umkreis, welche ähnliche Ziele verfolgen.

Straßenambulanz:

Die Straßenambulanz des Vereins Bürger für Bürger Duisburg e.V. fährt zu Standorten in Duisburg, Neukirchen-Vluyn und Moers. Hier hält sich der Patientenstamm auf, der die Straßenambulanz dringend benötigt. Das Ambulanz-Team besteht aus einem Professor, drei Ärzten und drei Krankenschwestern.

Streetworking :

Streetworking findet direkt im Lebensraum derjenigen statt, die auf der Straße leben und unsere Hilfe dringend brauchen. Ohne die Hilfe der Streetworker hätten die meisten betroffenen Menschen keine Chance auf ein “normales” Leben.

Lebenshilfe :

Hilfestellung in allen Belangen des täglichen Lebens, wie z. B. Begleitung bei Behördengängen, Unterstützung bei der Gesundheitsversorgung,

Kommunikation mit sozialen Randgruppen, ist eine weitere Hauptaufgabe von Bürger für Bürger e.V.

Der Hartzsens Mountain Treff :

Ein sehr hoher Anteil von Hartz IV-Empfängern und Rentnern mit geringen Bezügen isolieren sich von der Außenwelt. Sie nehmen nicht  mehr am Gesellschaftsleben teil. Wir wollen mit unseren Möglichkeiten dafür sorgen, Menschen sozialer Randgruppen mit anderen Betroffenen zusammen zu bringen. So haben sie die Möglichkeit, sich aus ihrer  häuslichen Isolierung zu befreien, mit andern Menschen zu  kommunizieren und gemeinsam etwas zu unternehmen. Der Hartzsens Mountain Treff ist deshalb Café und mehr, als Treffpunkt für Geringverdiener.

Cafe Lotte“- Bertatungs- und Untersuchungscontainer 

Am 10.05.2012 startete offiziell das Projekt Cafe Lotte.

Hintergrund und Ausgangslage: 

Duisburg  verfügt über eines der bundesweit größten Sexarbeits-Areale. Im Bereich  der  Vulkanstraße dienen derzeit 432 Zimmer der Sexarbeit, ein  weiterer  Ausbau ist geplant. Für NRW gilt das Areal bereits jetzt als  größtes Bordellviertel im Land.

Die Gesundheitsversorgung – insbesondere im Bereich der sexuellen Gesundheit – ist für  die hier arbeitenden Frauen und ihre Gäste aus Sicht der am Projekt  beteiligten Fachleute ungenügend. Auch weitergehende Beratungen zu den  vielfältigen Fragen der Sexarbeit sind derzeit nur eingeschränkt  verfügbar.

Mit  der Aufnahme von Bulgarien und Rumänien als EU-Mitgliedsstaaten kamen  viele Frauen aus diesen Ländern nach Deutschland und auch in das Areal  Vulkanstraße, um in der Sexarbeit tätig zu werden.  Die Sprachkenntnisse der Frauen sind, zumindest anfangs, sehr schlecht.  Sie  kennen sich wenig in den Gepflogenheiten des Milieus aus, arbeiten  ohne  Schutz und zu niedrigen Preisen. Auch fehlen ihnen Kenntnisse  über die rechtliche Situation (Aufenthalt, Freizügigkeit, Steuern,  Selbständigkeit, etc.). Sie haben keinerlei Anlaufstellen und sind  deshalb oftmals unlauteren Profiteuren ausgeliefert und werden in   Abhängigkeitsverhältnisse gedrängt.

Das Projekt:

Mit   einer Onsite- Beratungsstelle (Arbeitstitel “Café Lotte”) soll ein  spezialisiertes Beratungsangebot unmittelbar vor Ort im Bordellviertel  entstehen, in dem verschiedene Kompetenzen zusammengefasst werden.  Zentraler Beratungsaspekt ist die Gesundheitsberatung vor Ort. Viele Frauen besitzen keine Krankenversicherung und haben keine Möglichkeit der gesundheitlichen Versorgung. Das Projekt will sowohl präventiv beraten, als auch konkrete Hilfen anbieten.

Das  Projekt wird nicht nur die Situation der Frauen in Duisburg verbessern,  sondern darüber hinaus wirken. Sexarbeiterinnen sind mobil: ein  umfassendes Beratungsangebot – Sprachkompetenz, Gesundheits- und   Sozialberatung, Rechtsvermittlung in Duisburg würde nachhaltig zur  Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Migrantinnen in NRW   führen, da sich die aus dem gleichen Herkunftsland stammenden Frauen   eine eigene Infrastruktur aufbauen und Informationen weitergeben.

Das   Projekt ist seit einem Jahr im Aufbau, konnte seine Arbeit aber  mangels  “Masse” (Geld für Umbauarbeiten am Container) noch nicht  wirklich  beginnen (Untersuchungen finden zur Zeit noch in einem  Krankenwagen  statt). Von den anfänglich angedachten Projektpartnern,  Madonna e.v,  Bochum, sowie der Mitarbeiterin des Duisburger  Gesundheitsamtes hat sich  der Verein getrennt, da der verantwortliche  Betreiber von Bürger für Bürger Duisburg e.V.  weder  bereit ist  Einstiegsberatungen für Sexdienstleisterinnen, noch für  ungewollte,  durch ungeschützte Prostitution entstandene  Schwangerschaftsabbrüche  eine welche auch immer geartete Infrastruktur  zur Verfügung zu stellen!

Projektbeteiligte:

Die   Straßenambulanz des Vereins Bürger für Bürger-Duisburg e.V. stellt die   Infrastruktur (Bürocontainer) zur Verfügung und übernimmt einen  Großteil  der medizinischen Versorgung. Mit weiteren kompetenten  Partnern wird derzeit verhandelt!

Stand der Dinge

Der Verein Bürger für  Bürger – Duisburg e. V., hat einen Container auf dem Parkplatz der Stadtwerke aufgestellt, der Anlaufstelle für Beratung und  medizinische Belange   für die Sexarbeiterinnen in der Umgebung bieten soll. Alleine die   anstehenden Kosten für Umbauten, sowie die Anschlüsse für Strom und   Wasser belaufen sich auf 10.000 €.

Neues Projekt: “Tier-Straßenambulanz-Duisburg”

Ab   Januar 2013 wird BfB und der Verein für Sanitätsdienste Duisburg e.V.   aus Homberg, eine Tier-Straßenambulanz in Duisburg betreiben. Auch   dieses Projekt wird ehrenamtlich, ohne Gewinnorientierung den   Bedürftigen unserer Stadt zur Verfügung gestellt werden, um der Abzocke   der Veterenärmediziener unserer Stadt einen Gegenpol zu bieten. Auch   hier sind Spenden willkommen!!

Für alle oben genannten Aktivitäten sind umfangreiche Mittel notwendig. Da weder Stadt noch Land einen Zuschuss geben, hofft Rolf Karling, Vorsitzender des Vereins Bürger für Bürger Duisburg e. V. , jetzt umso mehr auf die Hilfsbereitschaft freundlicher Menschen. Der Verein ist beim Finanzamt Duisburg als mildtätig anerkannt und  kann daher für Zuwendungen Spendenbescheinigungen ausstellen.  Unterstützen Sie bitte eine not-wendende soziale Arbeit. Jeder Betrag  ist willkommen, schon jetzt: Vielen Dank.

Spenden Konto: 

Sparkasse Duisburg

BLZ.: 350 500 00

Konto: 200 096 022

Bürger für Bürger Duisburg e.V.

 

Es existiert inzwischen auch ein Pledgebank Aufruf, den Ihr gerne verbreiten könnt:

http://www.de.pledgebank.com/bfbduisburg

Die Mitläufer auf dem Piratenparteitag

Am Wochenende 24./25.11.2012 haben die Mitläufer die Gelegenheit erhalten, den frisch gegründeten Verein ca. 2000 Piraten vorzustellen. (Vorstellung auf YouTube) Hierfür möchten wir den Piraten danken.
Wir konnten Flyer verteilen, in einer Auszählpause auf der Bühne konnten Till und Klaus den Verein vorstellen und an unserem Mitläufertisch konnten wir von allen gefunden werden, die mit uns sprechen, Flyer zum Weiterverteilen abholen oder etwas in unsere Spendenbüchse werfen wollten.
Das Feedback war insgesamt umwerfend positiv, wir konnten unzählige gute Gespräche führen, Klaus wurde auch im Piratorama (wir bemühen uns, eine Aufzeichnung zu bekommen) interviewed, wir haben Kontakt zu Aktiven gefunden, die mit uns kooperieren möchten und sind generell auf viel Unterstüzung getroffen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn auch andere Parteien oder Organisationen, wie z.B. Gewerkschaften uns zu Ihren Großveranstaltungen einladen und uns die Gelegenheit geben, die Idee der Mitläufer weiterzutragen. Wir werden hier auch aktiv Kontakt suchen und wollen auch gerne auf anderen größeren Veranstaltungen, wie z.B. das Steetlife Festival in München, vertreten sein, gerne auch in Zusammenarbeit mit anderen Initiativen.
Bei Interesse freuen wir uns über Kontaktaufnahme.