Feedback

Wir freuen uns über Feedback von Mitläufern und Begleiteten (und auch allen anderen 😉 ) rund um das Thema Mitlaufen. Für Erfahrungsberichte mit den Jobcentern steht auch die Seite www.jobcenterleaks.de zur Verfügung.

Wir bitten alle, beim Feedback darauf zu achten, daß die begleiteten Menschen nicht identifizierbar sind und keine persönlichen Daten preisgegeben werden, es sei denn, es ist vom Begleiteten explizit erwünscht, dann bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Identifizierende Merkmale können sein: Ort, Datum der Begleitung, Beruf, Name, Gesundheitszustand, Familienverhältnisse, Wohnverhältnisse, spezifische Problematiken, Migrationshintergrund und ähnliches. Es ist individuell unterschiedlich, welche Kombination dieser Merkmale einen Meschen identifizierbar machen, einige können auch notwendig sein, um eine Problematik angemessen zu beschreiben. Am besten kann der Begleitete selbst einschätzen, ob er durch einen Bericht identifizierbar ist, deswegen bitten wir, im Zweifelsfall vor der Veröffentlichung seine Erlaubnis einzuholen und einen ensprechenden Vermerk unter dem Bericht einzufügen.
Umgekehrt bitten wir auch entsprechend achtsam mit den Daten der Mitläufer umzugehen.

Wenn uns ein Beitrag nicht ausreichend anonymisiert erscheint, werden wir vor Veröffentlichung rückfragen, wir bitten Euch, hierfür eine korrekte Emailadresse anzugeben. Da wir alle Beiträge erst prüfen, kann die Freischaltung manchmal ein bisschen dauern.
Vielen Dank für Eure Rückmeldung.

Die Mitläufer

20 Gedanken zu “Feedback

  1. Hallo!

    Vor einigen Tagen war ich von einer jungen Dame angesprochen worden, ob ich sie zur Ausbildungsbörse in Moers begleiten wolle. Ich habe den Termin zugesagt und war zur vereinbarten Zeit am 22.08.2012 vor dem Jobcenter bereit.
    Die junge Dame hatte eine Einladung zu dieser Ausbildungsbörse bekommen und war nun gespannt ob sich ihr Wunsch nach einer Ausbildung oder Praktikumsstelle im medizinischen Bereich erfüllen würde.
    Leider war dem nicht so. Nicht eine einzige auch nur annähernd mediszinisch angehauchte Stelle stand zur Verfügung und Praktikumsstellen wurden, entgegen der Behauptung des Sachbearbeiters, gar nicht angeboten.
    Dieser Weg hatte sich wirklich nicht gelohnt. Was mir jedoch auffiel, war wieder einmal die besondere Freundlickeit mit der der Berufsberater uns behandelte und seine regelmäßige Rückversicherung durch Blicke in meine Richtung. Dazu muss ich sagen, dass ich in keinster Weise irgendwie vorgestellt worden war.
    Es hat sich auch hier gezeigt, dass wirklich JEDER als Mitläufer tätig werden kann, ohne irgendwelche Sachkenntnis, da es nur darauf ankommt, einfach dabei zu sein.
    hpweyer

  2. Mich erreichte die Bitte, jemanden zum Jobcenter zu begleiten. Natürlich nahm ich sofort Kontakt mit dem Betroffenen auf.
    Es stellte sich heraus, das der Betroffene schon öfter Probleme mit dem Jobcenter hatte, in sofern war zu diesem Termin mit Problemen zu rechnen.
    Zu der verabredeten Uhrzeit trafen wir uns vor dem Jobcenter und gingen nach einem kurzen Gespräch zur Sachbearbeiterin.
    Die Sachbearbeiterin war anfangs merklich skeptisch, was meine Aufgabe bei dem Gespräch betreffen sollte, eben das beistehen, diese Skepsis legte sich allerdings nach ganz kurzer Zeit.
    Die Sachbearbeiterin zeigte sich jedoch in diesem Fall sehr engagiert und menschlich – ich weiss natürlich jetzt nicht, ob es nur an meiner Anwesenheit lag,

    aber das Ergebnis nach einem ca. 60minütigem Gespräch war, das alles zum Besten für den Betroffenen und eben auch des Jobcenters gelaufen ist.

    Dieser Besuch sollte allen zeigen, wie wichtig die #Mitläufer sind! Es zeigt, das alleine durch die Anwesenheit einer dritten Person der Situation deeskalierend
    entgegengewirkt werden kann und zwar im positivem Sinne. Sachbearbeiter sind auch nur Menschen – meine Lebenserfahrung zeigt, das wenn man mit Menschen mit
    logischen und vernünftigen Argumenten in einem vernünftigem Ton spricht sich ein Großteil der Probleme recht einfach lösen lassen.
    Aus diesem Grund nützt es auch nichts, wenn man von vorne herein negativ eingestellt gegen das Jobcenter dort auftritt, sondern eben vermittelnd im Interesse des
    Betroffenen.

    Ich hoffe, das dieses sehr positive Beispiel allen Mitläufern Mut macht, unsere Sache weiter zu vertreten und eben neue Mitläufer anspornt sich unserer Sache anzuschließen.

    Frank Knott @mal1Euro

  3. Hallo zusammen

    heute raffe ich mich mal auf und erzähle mal, wie sehr mir die Mitläufer geholfen haben.
    Erst mal kurz zu mir, ich wohne in Duisburg, bin 34 Jahre alt, seit etwas mehr als 2 Jahren nach einer Selbstständigkeit nun arbeitssuchend.
    Leider bin ich nicht wirklich
    “einfach” mal so zu vermitteln da ich gesundheitliche Probleme habe (teilweise chronisch, teilweise aufgrund von Übergewicht).
    Vor etwa 3 Monaten war ich bei meiner Arbeitsvermittlerin, schilderte ihr zum wiederholten Mal die Probleme, da sie scheinbar der Meinung ist das chronische Erkrankungen ja auch wieder verschwinden (diese wurden jedoch auf Geheiß von JC auch vom Amtsarzt schon bestätigt). Sie stellte dann fest, das sie weitere Diagnosen gerne von “Fachärzten” haben wolle, und zwar schriftlich, wollte dafür einen Zeitrahmen von 3 Wochen festlegen. Jeder Duisburger weiss, wie die Ärzte-Situation hier aussieht und das es unmöglich ist, bei einem Lungenfacharzt beispielsweise auf die “schnelle” mal ranzukommen.
    Es gelang mir, einen Zeitrahmen von 6 Wochen auszuhandeln, jedoch eben mit der Ansage, das es als Arbeitsverweigerung zu sehen sei wenn ich in der Zeit nicht alle Atteste vorlegen könne.

    Zum krönenden Abschluss wollte sie mir, kurz bevor ich ging, einen 2€ Job geben (auf Grünflächen säubern) zu dem ich sagen muss, ich würde es gerne tun, wenn es mir möglich sei, jedoch kann ich mit meinen Beinen niemals länger als höchstens 5-10 min. am Stück stehen und in der Sonne ist gar nichts mehr möglich (krankheitsbedingt).

    Auch das war also nicht machbar, habe ihr dann zugesagt, das sie alle Unterlagen erhalten würde, wenn ich beim nächsten Termin erscheine, aber ihre ganze Art und Weise hat mir gezeigt das sie nur darauf wartet, das sie mir eine Sperre geben kann.

    Vorige Woche war nun endlich der Termin.
    Ich traf mich mit meinem Mitläufer vor dem Amt, die Sachlage wurde geklärt und alle meine Unterlagen waren da (gesicherte Diagnosen vom Arzt etc.)
    Sie rief mich auf, war ein wenig irritiert über den Beistand, und dann habe ich diese Dame so freundlich wie noch nie erlebt. Sie nahm die Atteste, hat sie kopiert, und plötzlich war keine Sprache mehr davon das ich solche 2 Euro Jobs dennoch machen soll, sie hat mir ganz freundlich erklärt das der Amtsarzt dies wohl nochmals bestätigen müsse, aber das ich unter diesen, doch schon gravierenden gesundheitlichen Problemen, momentan nicht einsatzfähig sei und ob es für mich ok wäre wenn sie dies auch so eintragen würde.

    Ich möchte damit einfach nur sagen, das sie wohl nie so auf mich reagiert hätte, wenn ich wieder alleine aufgetaucht wäre. Ich hatte schon richtig gehend Angst vor Amtsbesuchen, mit Bauchschmerzen etc. und die Tatsache, das ich gesehen habe, das diese Frau ihre wohl offensichtliche Abneigung gegen mich unterdrücken und einfach auch freundlich sein kann, hat mir gezeigt, wie wichtig die Arbeit der Mitläufer ist.
    Ich hoffe, das noch vielen Menschen wie mir geholfen werden kann und möchte einen großen Daumen hoch zeigen für die Mitläufer – tolle Sache und nochmals herzlichen Dank.

    Lieben Gruss
    Eine erleichterte Mitläufer-Fan-Frau

  4. hallo,

    ich begleite zwar schon seit nem weilchen Freunde und Bekannte in das liebe JC, heute jedoch bin ich das erste mal unter der Gruppe Mitläufer dabei gewesen.

    Da ich nun leider vergessen habe die Dame zu fragen ob ich hier darüber berichten darf, werde ich nur ne kurze zusammenfassung Anonym geben.

    Wir haben uns kurz vor dem Termin am betreffenden JC getroffen, sie hat mir kurz gezeigt um was es geht und ich habe ihr ein wenig was über die Mitläufer erzählt.

    Kurz danach stand der Termin an, alles was ganz entspannt, auch wenn der SB manches mal wissen lies was man alles kann darf usw als JC SB, naja das übliche blah*gg*

    Ansonsten verlief der Termin für die Dame wie sie mir mitteilte zufriedenstellend und sie hatte aufgrund das jemand dabei war keine Angst.

    Denn aufgrund der Materie die sie vortrug wollte sie nicht alleine sein, vieleicht meldet sie sich ja selbst hier noch zu Wort 😉

    lg S.Marciniak

  5. Dieses Feedback wird von mir eingebracht da es mich direkt per Mail erreichte.
    . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

    Rückschau einer begleiteten Person auf zwei Termine bei der Begutachtung durch die DRV mit Mitläufer-Beistand H.-P. Weyer:

    Am Mittwoch, d. 19.9. 2012 traf ich Herrn Weyer zum vereinbarten Zeitpunkt um 7 Uhr 20 am Duisburger Bahnhof. Das Gefühl, während eines seelenlosen Institutionsprozesses einen persönlichen Beistand und im Krisenfall auch einen Fürsprecher zu haben, beruhigte mich für meinen bevorstehenden belastenden Termin, welcher zudem in unbekannter Umgebung anberaumt war. Die Begutachung erschien mir wie die Vorladung beim Großinquisitor, doch Herr Weyer gab mir den Mut, die„peinliche Befragung“ mit körperlicher Inspektion zu überstehen und lenkte mich während der Wartezeiten mit aufmunternden Gesprächen ab. Auch nach Verlassen der Arztpraxis fand ich es wohltuend, die Erleichterung über das Überstandene teilen zu können. Herr Weyer begleitete mich noch bis zum Bus und war die ganze Zeit über ruhig und freundlich.

    Der zweite Gutachtertermin am 24.9.2012 um 9 Uhr beim Neurologen/Psychiater war für mich noch belastender, denn für die von mir erhoffte Erwerbsminderungsrente war er von größerer Bedeutung. Da die angegebene Gutachterin an diesem Morgen nicht da war, war es in dieser Situation besonders hilfreich, dass Herr Weyer dabei war, weil er meine deshalb sich noch weiter steigernde Angst durch seine beruhigende Art etwas mildern konnte. Die fast dreistündige Befragung kostete mich unglaublich viel seelische und körperliche Energie und ich hätte sie ohne seelische Unterstützung kaum überstehen können. Auch dieses Mal blieb Herr Weyer die ganze Zeit über an meiner Seite und verabschiedete sich erst am Bus von mir. Ich kann ihm nur an dieser Stelle nochmals für seine zuverlässige, kompetente und vor allem menschlich einfühlsame Hilfe danken. Ich wäre ratlos gewesen, wie ich die beiden Termine ohne die Hilfe der Mitläufer hätte überstehen sollen, die eine große Lücke in unserem Sozialsystem füllen und für viele Menschen in größter Not unersetzbar sind.

  6. ich habe jetzt in den letzten 3 Wochen 6 Besuche als Mitläufer erlebt und eben begleiten dürfen und ich sehe bei jedem einzelnen Besuch, das es der richtige Weg ist, den wir gehen.
    Auffallend ist, immer praktisch das gleiche Schema : egal, ob es beim Besuch um ALGI, ALGII oder auch beim Amtsarzt ist, das die Begleiteten vorher berichteten, das sie Angst vor dem Besuch haben, das beim letzten Besu
    ch die Sachbearbeiter/Amtsärzte unhöflich, nicht hilfsbereit und evtl. von oben herab waren, jetzt aber, wo eine 3. Person (Mitläufer) dabei ist, die Sachbearbeiter/Amtsarzt freundlich und hilfsbereit sich für den Betroffenen einsetzend zeigten. und dem Betroffenen die Angst genommen wurde.
    Ich will hier nicht auf Einzelfälle eingehen, allein schon um den Datenschutz zu gewährleisten, aber aus der bisher gemachten Erfahrung kann ich wirklich immer nur eins empfehlen:
    Nehmt, wenn es irgendwie möglich ist, eine Begleitperson (Mitläufer) mit zum Amt.
    Es sollte aber auf jeden Fall darauf geachtet werden, das die Begleitperson auf keinen Fall gegen das Jobcenter/Amt eingestellt ist, sondern deeskalierend positiv für den Betroffenen sich einsetzt.

  7. Pingback: 100 Tage Mitläufer – Eine Idee lernt laufen « Wir gehen mit

  8. Guten Tag liebe Initiative wirgehenmit.org

    Ich freue mich das es Ihre Initiative gibt. Ich bin Langzeitarbeitsloser seit 2001 und laboriere an mehreren chronischen Erkrankungen herum, deswegen bin ich manchmal depressiv und schlecht gelaunt.

    In Hilden (NRW / Rheinland – liegt bei Düsseldorf) helfen wir uns seit mehre-ren Jahren bei Behördengängen gegenseitig und begleiten uns zum Jobcenter (vormals ARGE) Hilden. Nach 15 Monaten hat das Jobcenter festgestellt das ich noch existiere (Ich bin am 17.02.2012 im Jobcenter Hilden als Neutraler Sachbeistand in Beisein eines Zeugen rausgeflogen und mit einem Platzverweis belegt worden. Wir haben uns über die Eingliederungsvereinbarung (EGV) meines Bekannten der anwesen war, gestritten. Die Arbeitsvermittlerin war sehr unhöflich). Ich hab im Mai der Arbeitsvermittlerin die mich angerüpelt und rausgeschmissen hat eine Scharfe Protestnote persönlich überreicht, ich war an dem Tag als neutraler Sachbeistand in einer anderen Angelegenheit unterwegs. Dieses Wochenende habe ich dem Jobcenter Hilden eine Warnmeldung per Email zugeschickt, wenn meine zuständige Fallmanagerin (gegen die zwei offizielle Dienstaufsichtsbeschwerden in der Vergangenheit und diverse Beschwerden anhängig waren) es wagen sollte mir eine EGV auazufertigen, Ich die Polizei anrufe und Anzeige wegen Körperverletzung und Nötigung erstatten werde (siehe Brandrief Ralph Boes im Internet). Es geht hier auch um die Psychologie. Wenn die ARGE sieht, das ein HartzIV-Empfänger bereit ist, sich mit einem Polizei-einsatz zur Wahrung seiner Rechte zur Wehr zu setzen , sollte das das Dienst-personal nachdenklich stimmen.

    Ich übernehme die Konsequenzen und ich scheisse auf den Knast. Aus Angst vor Repressalien traue ich mich nicht mehr alleine ins Jobcenter und habe immer eine mehrköpfige stabilgebaute Kameradschaft dabei.

    Das Jobcenter weiß seit Jahren (spätestens seit Juni 2011, ich habe seinerzeit meinen ersten ergänzenden Verwaltungsakt mit dem Zusatz “Im Rahme seiner persönlichen Einschränkungen”, den ich mir mühsam erkämpfen müssen, ich habe ein Heidentheater veranstaltet, Die ARGE ist dann irgendwann eingeknickt, bekommen, geht doch !!!) das ich unter gar keinen Umständen eine EGV unter-schreibe und trotzdem wird immer noch versucht mir eine EGV unterzujubeln, was mich ärgert.

    Unter Wer-kennt-wen haben wir eine Selbsthilfegruppe Begleitschutz gegen ARGE-Behördenschikane Hilden gegründet. Wir sind einige Mitglieder, tauschen uns aus und geben uns Tipps. Ich persönlich konnte in Hilden die letzten Jahre bereits mehreren Bekannten und Nachbarn bei Behördengängen Hilfestellung leisten.

    Mit dieser Mitteilung wollte ich Ihnen Mut machen. Weiter so. Wir werden mehr.
    Unsere Aktionen in Hilden sprechen sich in der ARGE herum. Deswegen ist die ARGE (in Hilden) vorsichtig geworden. Ich bin ein harter Brocken und lasse mich so schnell nicht abwimmeln. Die Geschäftstellenleiterin kennt mich und wir haben bereits zwei sachlich-konstruktive Gespräche geführt.

    Darf ich Sie weiterempfehen und diese Mitteilung einigen handverlesenen Freunden in Facebook posten ? Ich hoffe Ihnen entstehen dadurch keine Nachteile. Sonst bescheidsagen.

    Freue mich auf ein Feedback.

    Herzlichst

    Ihr Helmut Wendt

  9. Guten Morgen,

    wir wurden von einer Alleinerziehenden Mutter gebeten, sie auf das Amt für Kindertagesstätten zu begleiten. Es ging um die Gewährung sozialer Ermäßigungen von Kita-Gebühren. Inspiriert von Eurem #Mitläufer-Gedanken haben wir das gerne getan. Die Sachbearbeiterin war zwar etwas überrascht, aber durchaus aufgeschlossen. Nach ein paar ausführlichen Gesprächen unter Einbindung der Vorgesetzten konnte eine verträgliche Lösung/ Belastung für die Familie gefunden werden.

    Eine tolle Erfahrung und bestimmt auch in diesem Bereich sehr wichtig, wenn Eltern Unterstützung bei der Kitaplatzsuche oder Bezahlbarkeit brauchen.

    Macht weiter so! Wir tun es auch ;-)!
    Grüße aus Schleswig-Holstein..

  10. Hallo,

    ich wurde heute von einer sehr lieben Mitläuferin zu einem frühmorgendlichen Jobcenter-Termin begleitet.

    Ich bin langjährig selbstständig und es ging darum, wie nun nachdem ich ALGII benötige das Gehalt angerechnet wird und ob ich davon Raten von Rentenschulden tilgen darf. Der Sachbearbeiter reagierte etwas erschrocken auf die Begleitung (“Was ist Ihnen denn widerfahren, dass Sie eine Vertrauensperson mitbringen?”) und ging freundlich wie zuvor auch auf meine Problematik ein. Er konnte nicht wissen, dass ich Begleitung suchte weil mich beim letzten Mal in seiner Abwesenheit vier Personen in einem Raum belegt haben von allen Seiten und niemand meine Tätigkeit verstand, meine Arbeit zum “Hobby” deklariert wurde, was zu Panikattacken und Medikation führte.

    Diesmal lief alles gut, aber ich war trotzdem froh jemanden dabei zu haben. Das Problem an sich wurde nicht gelöst, aber ausnahmsweise brachte man meiner Situation mal Respekt entgegen und meiner Arbeit auch. Immerhin.

    Ich habe mich nun auch für Leipzig selbst als Mitläufer zur Verfügung gestellt und finde die ganze Sache großartig. Danke an die, die es ins Leben gerufen haben und die Freiwilligen, die sich engagieren!

    Liebe Grüße

  11. Pingback: LokalFilmer » 100 Tage Mitläufer – Eine Idee lernt laufen

  12. 11:18 treffe mich mit Herrn X am Bahnhof Zossen. Termin beim Jobcenter findet um 12.00 statt. Herr X ist eigentlich krankgeschrieben, soll aber trotzdem beim Jobcenter diesen Termin wahrnehmen? Nun ja, ich will ja wertfrei bleiben und nur berichten.

    12:00 wir klopfen bei dem Sachbearbeiter – keine Reaktion, Tür ist abgeschlossen. Vergleich Zimmernummer, Datum, Uhrzeit-alles stimmt.
    Wir warten einige Minuten und gehen zum Empfang zwecks Bestätigung etc. Die Dame vor uns hat ein größeres Problem, wir warten die 20 min. Die Dame am Empfang ruft für uns den Sachbearbeiter nochmals an, welcher jetzt zugegen ist. Wir gehen nochmals zurück zur zweiten Etage-er wartet schon an der Tür, die er sogar für uns aufhält.
    Begrüßung und wie erwartet „Wer sind sie?“ „Ich bin der Beistand“ . Stirnrunzeln, aber akzeptiert. Ich setze mich und zücke demonstrativ Block und Stift und beginne mitzuschreiben.
    Der Sachbearbeiter fragt, warum Herr x schon so lange krankgeschrieben ist. Herr X schildert, dass das Amt im letzten Winter keine Heizkosten übernommen hatte. Daher musste er Holz sammeln. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich bereits bei einem Sturz mit dem Fahrrad 3 Rippen gebrochen. Beim Versuch die letzten Holzreste zu sammeln um zu heizen, stürzte er erneut und zog sich weitere Verletzungen zu.
    Zum jetzigen Zeitpunkt leidet Herr x an einer fiebrigen Grippe und hat den Termin trotzdem wahrgenommen, da er Sanktionen fürchtete. Obwohl er eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an das Jobcenter geschickt hat, wurde er vorgeladen.
    Sachbearbeiter erklärt ihm den Unterschied zwischen Arbeitsunfähigkeit und Wegeunfähigkeitsbescheinigung. Spricht auch von eventueller Erwerbsminderungsrente.
    Herr x ist gut informiert, denn er war schon öfter beim Jobcenter, nur dieser Sachbearbeiter ist ein anderer. Er erhält die notwendigen Informationen, Formulare etc. – die Fragen werden kompetent und freundlich beantwortet. Es werden Möglichkeiten aufgezählt und Lösungen in Aussicht gestellt. Wie zum Beispiel ein Sprachkurs (englisch) der auf dem Arbeitsmarkt sehr hilfreich ist. Das Thema Bildungsgutschein wird näher erläutert. Herr X bekommt sogar direkte Kontaktdaten des Sachbearbeiters, um direkten Kontakt halten zu können.
    Fazit
    1.Termin beim Jobcenter-man sollte sich etwas über seine Rechte und Möglichkeiten informieren, man bekommt dort sicher nicht geschenkt
    2. man sollte niemals…..niemals ohne Begleitung gehen. Herr x hat mir bestätigt, das er sich ruhiger gefühlt hat und wer weiß, wie der Termin sonst verlaufen wäre…

  13. Feedback einer Begleiteten via Mail:

    Ich bin über das Internet auf die Mitläufer gestoßen, da ich ganz dringend eine Begleitperson brauchte – über Nacht sozusagen. Herr Knott hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um mir selbst in dieser kurzen Zeit erfolgreich zu helfen. Ich bin begeistert – soviel Unterstützung hab ich schon lange nicht mehr erlebt! Vielen Dank!

  14. Anfang der Woche habe ich die Webseite “Die Mitläufer” im Internet gefunden (Link bei Erwerbslosenforum) und mich Montag an Herrn Knott gewandt, da ich dringend einen Beistand suchte. Schon einen Tag später hatte ich positiven Bescheid. Heute fand nun mein Termin im Jobcenter statt und mein sehr kompetenter Mitläufer begleitete mich. Ich bin wesentlich entspannter mit Mitläufer in den Termin gegangen, als mir das unbegleitet möglich gewesen wäre.
    Der Termin ist ruhig und sachlich vonstatten gegangen. Mein Mitläufer hat mir auch zukünftige Unterstützung zugesagt und darüber freue ich mich sehr.
    Für mich haben Arge-Besuche nun einiges von ihrem Schrecken verloren. Danke an diese Internet-Seite und alle Mitläufer, die wirklich eine sozial wichtige Aufgabe übernehmen!!!

  15. In der vergangenen Woche wurde ich von einem sehr freundlichen, und kompetenten Mitläufer zum Jobcenter begleitet.
    Vorher hatte ich mit Ihm besprochen, was im Jobcenter anliegt.
    Die Sachbearbeiterin schaute zunächst ganz verdutzt, und wollte wissen, warum, wieso und weshalb ich einen Beistand brauche. Ich sagte ihr dann, dass nach §… ein Beistand zum Termin gesetzlich erlaubt ist, danach hatte sie keine weiteren Fragen mehr.
    Der Termin ist dann relativ ruhig verlaufen.
    Gerade dann, wenn es darum geht, dass man seine Rechte wahrnimmt, gibt ein Beistand doch zusätzliche Sicherheit.
    Mein Mitläufer hat mir zukünftige Unterstützung beim Jobcenter zugesagt, danke Herr Mitläufer!
    Liebe Grüße auch an Herrn Knott und alle Mitläufer!

  16. Mein Mitläufer und ich hatten uns heute im Jobcenter getroffen und danach mit dem Sachbearbeiter das Gespräch durchgeführt. Es war eine sachliche Atmosphäre. Meine Frage in Sachen Heizkostennachzahlung konnte aufgelöst werden. Ich habe in der Vergangheit meine Behördengänge immer alleine durchgeführt. Trotzdem war es für mich in einer solchen Situation hilfreich, dass jemand an meiner Seite war. Deshalb möchte ich den Mitläufer dafür noch einmal danken.

    Dies kann und sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es zig hilfesuchende Personen gibt, die sich angeblich sicher fühlen (wenn überhaupt), um ihre “Amtsgeschäfte” problemlos durchführen zu können.

  17. Hallo Mitläufer,
    Dank an meinen Aachener Mitläufer und Beistand. Auch ich bin ein durch lange Arbeitslosigkeit und durch Willkür, Fehlern, Hilflosigkeit und mangelnder Empathie/Sozialkompetenz (von Seiten des Jobcenters) geschädigter Arbeitssuchender. Auch ich zeige schon starke körperliche Stresssymptome wenn nur wieder Post vom JC kommt. Es hat sich gezeigt, dass in Begleitung alles plötzlich wesentlich angenehmer war und von meinem Fallmanager plötzlich nur noch positives zuhören war. Ich hatte das erste mal das Gefühl, dass meine großen Mühen eine Stelle zu finden anerkannt werden und dass wenn ein 56j hoch qualifizierter Schwerbehinderter in Deutschland keine Arbeit findet, es nicht unbedingt am Suchenden liegt!

    Es gibt wirklich keinen Grund keinen Beistand in Anspruch zu nehmen oder bei Unklarheiten direkt einen Widerspruch einzulegen. – im Gegenteil!
    Ich habe mir vorgenommen in naher Zukunft auch als Beistand zu fungieren.

    Dank an diese Initiative!

  18. Liebe Mitläufer,
    erstmal ein dickes Lob für eure praktische Solidarität, welche Ihr durch eure Initiative ausübt. Diese ist in Anbetracht der schwer überschaubaren Hartz-IV-Gesetzeslage und der damit verbundenen Unsicherheit der Betroffenen mehr als notwendig. Darum war es für mich auch eine Selbstverständlichkeit nach eurem Anruf eine Begleitung zu einem Jobcenter-Termin zu übernehmen. Die eigene Erfahrung bzw. der Gesprächstermin beim Jobcenter selbst zeigen, dass ein Amtsgespräch unter sechs Augen wesentlich sachlicher und angenehmer sein kann.

    Gerne wieder!

  19. Begleitender Mitläufer Herr H.P Weyer,
    gestern, Donnerstag den xx.xx.2013 begleitete uns Herr H.P.Weyer zum Amt. Es war der erste Kontakt mit einem Mitläufer.
    Wir, meine Frau und Ich, waren sehr froh, durch den seelischen Beistand, sowie der Anwesenheit des Herrn H.P. Weyer.
    Er hat sich zurückhaltend, freundlich verhalten, sowie Kompetenz bewiesen.

    Grüße aus xxx

Hinterlasse einen Kommentar zu anon Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>