Die Mitläufer wünschen frohe Weihnachten und ein erfolgreiches Jahr 2014

Liebe Hilfesuchende, liebe Freunde,
liebe Mitläufer, liebe Kooperationspartner!

Ein bewegendes Jahr voller Höhen und Tiefen in allen Bereichen liegt hinter uns. Im Verein gab es heftige Diskussionen über die Ausrichtung der Mitläufer, tagelange Downtime unserer Homepage, vorübergehender Ausfall unserer Mitläufer-Suche und Neuwahl des Vorstandes. In der Politik hat sich nichts positiv verändert, sondern die Lage wird immer schwieriger. Die Not der Menschen nimmt ständig zu. Die Anfragen nach Begleitung und Beratung und die damit verbundenen Aufgaben werden immer mehr.

Und bei Alledem ist die Marschrichtung der Mitläufer immer noch klar und eindeutig: Ehrenamtlich, hilfsbereit, engagiert und solidarisch immer an der Seite der Menschen, die unsere Hilfe wollen, genau da hin, wohin uns die Menschen mitnehmen wollen. Diese Marschrichtung haben wir alle gemeinsam in den letzten eineinhalb Jahren ungeachtet aller Probleme und Schwierigkeiten beibehalten. Dabei sind wir zu einer Solidargemeinschaft zusammengewachsen, in der inzwischen über dreihundert Menschen bundesweit ihre Hilfsbereitschaft und ihr ehrenamtliches Engagement unter dem Kodex der Mitläufer zeigen und leben. Eine stetig wachsende Vernetzung mit Kooperationspartnern verschiedener Hintergründe und Aufgabengebiete läßt die Hilfe für die Menschen, die sich uns anvertrauen, immer professioneller werden und ermöglicht es uns fachkundige Beratungen und sachgerechte Hilfe unserer Begleitung voranzustellen.

Die Zahl der Begleitungen, die wir seit Bestehen der Mitläufer durchgeführt haben, können wir von hier aus gar nicht abschätzen, aber als Anhaltspunkt sei die Zahl von weit über 500 Begleitungen in diesen eineinhalb Jahren genannt, die allein durch unseren Frank Knott in Duisburg und Umgebung durchgeführt wurden – neben seiner Tätigkeit an der zentralen Telefonnummer der Mitläufer. Möglich sind diese vielen hundert Begleitungen in ganz Deutschland durch Euer stetiges Engagement und das Vertrauen, das uns die Menschen entgegenbringen, die unsere Begleitung wünschen. Für dieses Vertrauen sagen wir Dankeschön allen Begleiteten, aber auch Dankeschön an alle Mitläufer. Nur durch Eure gute Arbeit ist dieses Vertrauen entstanden und gewachsen.

Die Idee, Menschen in schwierigen Situationen zu begleiten und damit die größte Solidargemeinschaft ehrenamtlich tätiger Menschen zu schaffen, hat laufen gelernt. Und wir laufen inzwischen in die verschiedensten Richtungen. Hauptrichtung ist immer noch das Jobcenter (Alg II/Hartz4), gefolgt von Amt für Grundsicherung (Sozialhilfe), Ausländeramt, Jugendamt, Rentenversicherung und Kindergeldkasse. Doch die Anfragen gehen schon weit über die erste Idee, einer Begleitung zum Amt, hinaus. Auch Begleitungen zu Kreditverhandlungen, amtsärztlichem Dienst, Zahnarzttermin, Gerichtstermin oder Schulpflegschaft sind schon angefragt worden. Besonders gern haben wir auch die Anfrage einer älteren Dame positiv beantwortet, die jemanden haben wollte, der sie begleitet, wenn sie ihre Rente von der Bank abholt. Jeden Monat wird sie nun von einem Mitläufer auf diesem Weg begleitet.

Wir haben bei allen uns zugegangenen Anfragen immer nach der Prämisse gehandelt, wenn sich ein Mitläufer bereit erklärt die Begleitung durchzuführen, wird sie durchgeführt. Und wir können mit Stolz feststellen, dass nach unserer Erkenntnis in den eineinhalb Jahren nur zwei Anfragen mangels Mitläufer nicht erledigt werden konnten. Deshalb auch an dieser Stelle neben dem Dank an alle Mitläufer, auch der Dank an alle Kooperationspartner, die viele Begleitungen möglich gemacht haben, wenn ein Mitläufer fehlte.

Wir können alle zusammen dankbar und stolz sein für die geleistete Arbeit in dem nun ausklingenden Jahr 2013.

Und wie geht es weiter? Die Zahl der Anfragen steigt ständig. Umso größer wird im kommenden Jahr unsere Anstrengung sein auch die Zahl der Mitläufer zu steigern und weitere engagierte Menschen zu finden. Dabei kann jeder einzelne Mitläufer auch in seinem persönlichen Umfeld mitwirken. Unser Ziel ist es Ende 2014 die Zahl von 1000 Mitläufern bundesweit im Einsatz zu haben. Das ist ein hoch gestecktes Ziel, das eine Verdreifachung der jetzigen Zahl bedeuten würde. Dieses Ziel zu erreichen werden wir 2014 mehr regionale Veranstaltungen durchführen. Sowohl auf Werbung in den regionalen Medien wie auch auf Vorträge und Grundschulungen für interssierte Menschen werden wir unser Hauptaugenmerk legen. Dazu hoffen wir auf Eure Unterstützung.

Es sind inzwischen mehrere Bitten von Mitläufern bei uns eingegangen, die gern die Mitläufer ihrer Region zum (vielleicht regelmäßigen) Erfahrungsaustausch aufrufen würden. Auch solche Treffen unterstützen wir gern und bieten auch in diesem Zusammenhang unsere Vorträge und Grundschulungen an. Wenn Ihr Interesse an verstärkten Aktivitäten dieser Art in Eurer Region habt, dann schreibt uns bitte eine Mail an vorstand@wirgehenmit.org damit wir gemeinsam die weiteren Schritte für Eure Region planen können.

Auch 2014 wird die Arbeit unserer Solidargemeinschaft nicht weniger werden, sondern erheblich zunehmen. Umso dankbarer sind wir im Vorstand, dass wir schon einen so großen Stamm an Mitläufern haben, auf die wir uns ebenso verlassen können, wie die Menschen, die auf unsere Begleitung hoffen.

In diesem Sinne wünschen wir ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein, für jeden Einzelnen und für uns alle gemeinsam, erfolgreiches Jahr 2014.

Hans-Peter Weyer
1. Vorsitzender

Christina Henze
2. Vorsitzende

Klaus Sommerfeld
Schatzmeister

E-Mail: vorstand@wirgehenmit.org

Solidarität und europäisches Miteinander (er)leben

Während ProNRW im Rahmen ihrer „Asylmissbrauch“-Tour in Duisburg Halt macht und andere Organisationen und Parteien bereits zur großen Gegendemo aufgerufen haben, zeigen drei Duisburger Hilfsvereine, wie Integration gelebt werden kann: Sie laden alle Interessierten Mitbürger zum Zeichen echter Solidarität am Dienstag, 12.03.2013 von 9.00 bis 11.00 Uhr zum Frühstück gemeinsam mit den dort wohnenden Rumänen in das sogenannte Problemhaus „In den Peschen 3-5“ in 47226 Duisburg-Bergheim ein.

Gemeinsam mit „Bürger für Bürger Duisburg e.V.“ haben sich die Vereine „ZOF e.V.“ und „Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.“ bereit erklärt den rumänischen Zuwanderern im Rahmen ihrer jeweiligen Kompetenzen zu helfen. „Man kann darüber streiten ob die Menschen hier willkommen sind, man kann darüber streiten ob das Problem von Europa gemacht wurde und man kann darüber streiten wie die Stadt auf diese Herausforderung reagieren soll – aber man kann über eines nicht streiten: Diese Menschen sind hier, sie leben in unserer Stadt, sie haben Hunger und ihnen muss geholfen werden!“ erklärt Rolf Karling, der seit Tagen mit seinem „Verein Bürger für Bürger Duisburg e.V.“ die Bewohner des Hauses In den Peschen 3-5 allabendlich mit Lebensmitteln versorgt.

Der Verein „ZOF e.V.“ wird in der nächsten Zeit beginnen die rumänischen Kinder an die deutsche Sprache heranzuführen. Trotz Schulpflicht können die Kinder die Schule nicht besuchen, weil ihnen grundlegende Deutschkenntnisse fehlen und sie dem Unterricht gar nicht folgen könnten. Wie in allen drei Vereinen üblich werden auch in diesem Fall ehrenamtliche Helfer diese Aufgabe übernehmen. Die Menschen müssen befähigt werden sich in Deutschland verständigen zu können. Nur durch die Möglichkeit der Kommunikation können Spannungen im Umfeld abgebaut werden.

„Alle Beteiligten befinden sich in einer Zwickmühle.“ erklärt Hans-Peter Weyer, Pressesprecher des Vereins „Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.“, die Situation. „Schon beim Meldeamt gibt es Probleme, weil niemand deutsch spricht. Anmeldungen zur Schule können aus gleichem Grund nicht stattfinden. Und auch Verständigung mit den Nachbarn kann nicht wirklich stattfinden, weil die nötigsten Grundlagen der Kommunikation nicht bestehen.“

Mit dem gemeinsamen Frühstück gerade zum Zeitpunkt der ProNRW-Demo, wollen alle drei Vereine deutlich machen, dass für ein geeintes Europa die Bereitschaft zur Kommunikation und das Verstehen und Akzeptieren des jeweils Anderen wesentliche Voraussetzung ist. „Wer am Frühstück teilnehmen und europäisches Miteinander mit uns leben möchte, ist am Dienstag von 9-11 Uhr dazu herzlich eingeladen“, so Weyer.

1. Mitläufertreffen Rheinhessen

Hallo liebe Freunde, Mitläufer und Interessierte

Am Sonntag, dem 18.11. sind von 16.00 bis 20.00 Uhr alle Mitläufer, Begleitete, Freunde und Interessierte herzlich eingeladen, im Pengland in der Martinsstraße 11 in Mainz Erfahrungen zu Begleitungen zum Jobcenter, Amt oder Behörden auszutauschen, sich kennen zu lernen und gemeinsam Ideen zu entwickeln.

So können Interessierte und neue Mitläufer mehr über das ehrenamtliche Begleiten erfahren, sich untereinander vernetzen und zusammen Ideen sammeln, wie man auf die Hartz4-Problematik aufmerksam machen und in der Öffentlichkeit eine sachliche Diskussion über die Zukunft unseres Sozialsystems fördern kann.

Die Geschehnisse rund um das Refugeecamp am Pariser Platz hat einen solidarischen Handlungsbedarf auch bei Begleitungen von Aslybewerbern und Migranten deutlich aufgezeigt. Auch darüber sollten wir diskutieren.